KLACKS der Bücherwurm

Die mobile Leseecke für die ländliche Uckermark

Sprache als Schlüssel zur Welt – mit Worten wachsen
Durch die immer präsentere Gestaltung unseres Lebensraumes durch und mit der digitalen Welt, treten die klassischen und traditionellen Medien in den Hintergrund. Auch bei der Hilfe der Entwicklung unserer Kinder nehmen wir mehr die digitalen Medien zur Hand, anstatt uns auf die uns selbst aus Kindheitstagen vertraute Welt der Bücher zu stützen. Ist es da Wunder, das viele Defizite und Überanstrengungen unserer Kinder davon herrühren, dass wir sie viel zu früh an Medien heranführen, die für ihre körperliche und auch geistige Wahrnehmung und Gesundheit noch gar nicht fassbar und auch greifbar sind? Ziel unserer LeseEcke, die mobil von Gemeinde zu Gemeinde kommen soll, ist es das Buch als Lernmedium wieder fester in den Alltag zu etablieren und den Kindern (Kleinkinder) und auch Eltern/ Familien wieder Anreiz zu bieten sich diesem traditionellen entschleunigendem Kommunitkationsweg – dem Buch - zu zu wenden.
Die Uckermark ist ein dünn besiedelter Landkreis und viele Bewohner auf dem Land fühlen sich abgeschnitten von den Angeboten der Städte. In vielen Gemeinden gibt es meist nur ehrenamtliche oder vereinsgetragene Angebote. Wir möchten diesen Missstand ändern und den Familien und interessierten Bürgern zeigen, das es mit wenig Aufwand und viel Engagement möglich ist, selbst Angebote zu schaffen und das gesellschaftliche Leben auf dem Land mit Bildung anzureichern.
Unser Verein Sozialkonzept Brandenburg möchte sich der Aufgabe stellen, im ländlichen Raum eine mobile LeseEcke zu etablieren und zu betreuen. Mit unseren Kooperations- und Netzwerkpartnern konnten wir im Vorfeld schon viele wichtige Schritte zur Realisierung der mobilen LeseEcke klären. Das Uckermärkische Studienzentrum Leuchtfeuer stiftet die Leseboxen, welche Altersgerecht für die Kinder und interessierten Erwachsenen Literatur bereitstellt, sowie die dazu benötigte Einrichtung (Regale, Sitzkissen). Wir möchten unseren Start in den Gemeinden von Brüssow, Gramzow, Angermünde und Gartz/ Oder im März 2019 umsetzen. Bis einschließlich 14. Juni 2019 soll alle 2 Wochen jede der o.g. Gemeinden von uns vor Ort ganztägig von 9:30 Uhr bis nachmittags 17:00 Uhr betreut werden. Die Leseboxen bleiben in den Händen von Sozialkonzept Brandenburg, einzelne Bücher können für 2 Wochen ausgeliehen werden, unentgeltlich. (In Listen wird Alter, Geschlecht, Wohnort, Lesestoff festgehalten – keine Namen und Adressen! Evaluierung ist nur interessant für uns im Umgang mit Medium Buch – Was und welche Altersstufe!)
Mit den Verwaltungen wurde schon vorab Kontakt aufgenommen, das Projekt vorgestellt und alle habe uns Kooperation und Hilfe signalisiert (Stellung der Räumlichkeiten in den Gemeinden, Bewerbung des Projekte in den örtlichen Kitas und über website). Lediglich die Fahrtkosten und Aufwand der Übersetzer möchten wir durch die Förderung des Landkreises Uckermark absichern. Die geschulte Kraft vor Ort wird neben dem Netzwerk Gesunde Kinder West/ Ostuckermark, durch den Arbeitskreis Neue Erziehung e.V. realisiert.
In einem viertel Jahr möchten wir eruieren, wie und in welcher Form die LeseEcke angenommen wird im ländlichen Raum. Bewusst haben wir uns im Vorfeld erstmal nur für 4 Gemeinden/ kleinere Städte entschieden, die über wenig Angebotsformen des Lesens im Kleinkindalter verfügen. Im Abstand von 2 Wochen möchten wir die Orte aufsuchen und dort aktiv einladen zum gemeinsamen Vorlesen und animieren zum Gebrauch des Medium Buch. Die Lesebox soll vor Ort auch verweilen und bei Bedarf können sich Exemplare ausgeliehen werden. Empirisch möchten wir festhalten, welche Literatur im besonderen Anklang fand und welche Bücher eher nicht Interesse auf mehr Lesestoff weckten. Wir möchten mit den Familien und Kindern ins Gespräch kommen und herausfinden, was im ländlichen Raum wünschenswert wäre und im Gegensatz zu den Angeboten der Stadt im ländlichen Raum fehlt oder als Mangel empfunden wird.
Im Raum Brüssow und Gartz/ Oder haben wir viele Bürger mit polnischen Wurzeln, um besser in Kontakt treten zu können wird uns Frau Malinowski als Dolmetscher begleiten. In Angermünde und Gartz/ Oder möchten wir auch sehr gern unsere neuen Mitbürger mit arabischen Migrationshintergrund ansprechen, uns wird Frau Iman Al Yasin unterstützend zur Seite stehen.

LESEN – Warum ist es schon im Kleinkindalter so wichtig?
Lesen fördert die kognitive und sprachliche Entwicklung von Kindern, das beginnt schon im Kleinkindalter. Natürlich können die wenigsten Kinder in diesem Alter schon lesen – hier geht es eher um ein gemeinsames Erzählen. Wenn Eltern mit ihren Kleinen in aller Ruhe Bilder- und Fühlbücher anschauen und ihnen Geschichten dazu erzählen, erfüllt das den gleichen Zweck. Kinder können dadurch neue Wörter lernen und üben sich auszudrücken. Sie lernen Bilder zu erkennen und auch ein visuelles Verständnis zu entwickeln.
Später kommen Vorlesegeschichten wie Märchen dazu – die Geschichten werden komplexer und auch die Kinder entwickeln ein besseres Verständnis. Wer seine Kinder mit Bilderbüchern und Vorlesen schon im Kleinkindalter an das Lesen heranführt, der wird sehen, dass sie auch später gerne und von alleine lesen werden.
Wichtig dabei ist, dass sie in diesem Rahmen positive Erfahrungen machen und ihnen der Spracherwerb Spaß bereitet. So wird es ihnen auch später in der Schule leichter fallen.
Neben Vokabular, Satzbau und Ausdruck fördert das Lesen auch viele kognitive Fähigkeiten: Ausdauer und Konzentration sind nötig, um mehrere Passagen hintereinander zu lesen, vor allem für ungeübte Leser. Wahrnehmungs- und Merkfähigkeit werden gefordert, um alle wichtigen Personen und Handlungen im Gedächtnis zu behalten und um Zusammenhänge herzustellen, bedarf es logischem Verständnis.

Lesen fördert Empathie und soziale Kompetenz
Verstehen Kinder die Handlung, dann macht es ihnen auch Spaß sie selber weiterzuspinnen und eigene Geschichten zu erfinden. Ganz von selbst lernen sie, sich in ihre Lieblingsfiguren einzufühlen, was die Fähigkeit fördert sich in Mitmenschen und unbekannte Situationen hineinzuversetzen. Oft machen sie das ganz von alleine, weil es ihnen Spaß macht. Sie üben sich damit in Empathie, Kreativität und Vorstellungsvermögen. Eltern können das auch bewusst fördern, indem sie zum Beispiel die Geschichte beim Vorlesen an einer bestimmten Stelle unterbrechen und ihr Kind sich ein eigenes Ende ausdenken lassen.
Hinzu kommt, dass vor allem Kinderbücher durch ihre Geschichte eine Botschaft vermitteln wollen: Wie man sich gegenüber seinen Mitmenschen verhält, Fairness, Freundschaft, Ehrlichkeit und so weiter. Die Lieblingshelden werden zu Vorbildern und helfen Kindern sowohl den Stress des Alltags zu entfliehen, als auch schwierige Situationen im wahren Leben zu meistern. Denn mithilfe bekannter Geschichten können Kinder ihre eigene Umwelt besser einschätzen, sich eine Meinung bilden und schneller Lösungen finden.
Lesen beeinflusst positiv:
• Sprachentwicklung
• Wortschatz und Ausdruck
• Kreativität
• Vorstellungsvermögen
• Ausdauer und Konzentration
• Soziale Kompetenzen
• Die Vermittlung von Werten und Normen

Moderne Reizüberflutung vs. Ruhepol Buch – Wie man zum Lesen annimiert
Zwischen Apps, Trickfilmen und Spielekonsolen scheinen Bücher oftmals ihren Reiz verloren zu haben. Auch für Eltern ist es manchmal einfacher, den Kindern das Smartphone in die Hand zu drücken, anstatt sie für ein Buch zu begeistern. Wer mit all diesen technischen Geräten aufwächst, lässt sich manchmal lieber von den schnellen bunten Bildchen verleiten, als sich auf ein Buch mit eng bedruckten Seiten zu konzentrieren.
Also sollte lesen in den Alltag integriert werden, als feste Größe, als Ritual.
Je selbstverständlicher Lesen für ein Kind ist, desto weniger Hemmungen wird es vor einem Buch haben – ganz gleich wie dick es ist, wie wenig Bilder es enthält oder wie klein die Schrift sein mag. Diese Selbstverständlichkeit entsteht schon ganz früh, zum Beispiel beim regelmäßigen Vorlesen im Kleinkindalter.

Für unsere Lesebox – das Bilderbuch
Das Bilderbuch haben wir für die Lesebox als Einstieg für das Kleinkind zum Medium Buch favorisiert. Warum? Das Bilderbuch gibt es für jeweilige Entwicklungsphasen des Kleinkindes, in erster Linie geht es um Visualisierung mittels des Auges, die kommunikative und vermittelnde Struktur – ob als reines Bilderbuch ohne Worte oder als Liederbuch mit reichen Illustrationen.
Die Beziehung zwischen Kind und Mutter, Vater, Großeltern oder Geschwister oder Erzieher im KiGa ist hierbei reflektorisches Sinnbild. Bilderbücher sind das ideale Werkzeug um den Kindern die Welt näherzubringen und auf die ihnen einfachste und verständlichste Weise zu erklären.
Durch den Aufforderungscharakter der Bildsprache wird das Kind angeregt zum Fragen, Erzählen und Kommunizieren. Bilderbücher zeigen, teilen mit und weisen auf etwas hin, sie sind so eine effektive Form der Sprachförderung im frühsten Kindesalter.
Eine entscheidende Rolle für die Sprachentwicklung spielt dabei die Interaktion zwischen der vorlesenden Person und dem Kind. Betrachten und Vorlesen implizieren ein gemeinsames Gespräch auf der Basis eines Bilderbuches mit vielfältigen Möglichkeiten der Entwicklung und Förderung. Im Vordergrund stehen neben dem Dialog und Gesprächen auch die Intensivierung des Sprachhandelns. Der Inhalt des Bilderbuches sollen diesen Prozess variationsreich unterstützen und sind abhängig zu machen vom Alter und Entwicklungsgrad des Kindes. (so z.B. Benennen der einzelnen Objekte und Szenen, beschreiben, umschreiben, erweitern, Bilder, Texte, Handlungen deuten und erklären, Beziehungen zwischen einzelen Protagonisten, zwischen Bildern und Texten und später zwischen den einzelnen Kapiteln. Eigene Lebens-, Umwelt- und Kulturbezug herstellen und in Worte kleiden, Geschichten kreieren, weitererzählen.)

Unser Bücherwurm Klacks lädt nicht nur Kinder ein mit ihm in entspannter Atmosphäre das Medium Buch zu entdecken. Dadurch dass wir als Ort in den jeweiligen Gemeinden bekannte Räume – Gemeindehaus – Braue – Vereinsräume – nutzen ist die Hemmschwelle gering. Durch die Bewerbung durch vertraute Personen (Verwaltung/ Netzwerk Gesunde Kinder/ Arbeitskreis Neue Erziehung) und Ansprechpartner vor Ort, sowie das Verweilen dieser Vertrauenspersonen wird das Angebot als unbedenklich eingeordnet. Es erfolgt keine Indoktrinierung oder Belehrung, das Angebot ist greifbar und erlebbar für jedermann, in einer auch für jedes Klientel annehmbaren attraktiven Zeitspanne von 9:30 Uhr für jene die eventuell im Erziehungsjahr sind oder deren Kinder in keine Einrichtung gehen. Sowie im Nachmittagsbereich für berufstätige Eltern/ Interessierte bis 17:00 Uhr wird das Angebot bereitgehalten.
Durch Sitzkissen und ein stabiles Regalsystem wird eine solide gemütlich einladende LeseEcke geschaffen, die zum Verweilen anhält.

Nach den 3 Monaten intensiver Arbeit mit dem Medium Buch für die mobile LeseEcke hoffen wir für das Projekt im weiterführenden Sinne wichtige und realistische Anhaltspunkte zur Verbesserung und genauen Marktanalyse eine bedarfsorientierte Version des Projektes und deren Kontinuität anbieten zu können. Wir möchten wie o.g. Die mobile LeseEcke für den ländlichen Raum uckermark weit etablieren und erlebbar machen.

Wir würden uns freuen, wenn der Landkreis Uckermark, insbesondere die Frühen Hilfen uns bei unserem Vorhaben unterstützen könnten und unsere Zielgruppe Familien mit Kleinkindern bis vollendetes 3 Lebensjahr, sowie Familien mit Migrationshintergrund von diesem Angebot im ländlichen Raum profitieren könnten.